Vergnügte Personen, die in den USA das Erntedankfest-Mahl geniessen.

Westliche Ernährungsweisen

Unsere Ernährungsformen

Die Ernährung in der westlichen Welt gestaltet sich im Vergleich zu früher ausserordentlich vielseitig und abwechslungsreich. Generell kann man zwischen zwei Kostformen unterscheiden: gekochter bzw. erhitzter Kost (Kochkost) – und roher Kost bzw. Rohkost.

Innerhalb dieser Grundkostformen gibt es zwei Varianten. Entweder man isst so ziemlich alles (Omnivoren), oder man schränkt seinen Konsum ein, indem man auf gewisse Nahrungsmittel verzichtet oder einem besonderen Essverhalten nachgeht. Diäten hingegen sind eine Kategorie für sich, weil sie sich durch eine zeitliche Begrenzung und klare Ziele (wie Gewichtsverlust oder Heilung) von anderen Kostformen abheben.

Unter dem Begriff Rohköstler versteht man Personen, die sich vorwiegend oder gänzlich von roher Kost ernähren. Sehr oft sind dies gleichzeitig Vegetarier oder sogar Veganer. Umgekehrt sind jedoch die meisten Vegetarier und Veganer keine reinen Rohköstler, sondern nehmen häufig Kochkost zu sich. Während sich die Vegetarier in Ovo-Lacto-Vegetarier und Lacto-Vegetarier einteilen lassen, also jeweils Eier und Milchprodukte oder nur Milchprodukte konsumieren, essen Veganer überhaupt keine tierischen Produkte (manchmal mit Ausnahme von Honig). Ökologisch orientierte Menschen berücksichtigen – unabhängig von ihrer Ausrichtung – Bio-Qualität und lokale Produkte.

Sowohl bei der Rohkost als auch bei der Kochkost gibt es Zwischenformen, wie zum Beispiel bei Menschen, die auf Fleisch verzichten, aber dennoch Fisch verzehren. Die gekochte Kost ist sicher die variantenreichste Kostform und beinhaltet neben normaler Kochkost, Vollkornnahrung, langsamer Garkost und Heilkost oder Kost zum Abnehmen auch diverse Modekostformen. Die ganze Palette an Kostformen lässt sich verschieden anwenden. Allerdings kann bei jeder Form ein Fehlverhalten gesundheitliche Nachteile mit sich bringen: Einseitigkeit, falsche Zusammensetzung, zu grosse Mengen. Fastfood kann hier als extremes Beispiel zur Sprache kommen. Eigentlich sollte diese Ernährungsweise eine seltene Ausnahme bilden, die heutige Realität sieht jedoch anders aus. Leider zeigen sich die Folgen einer unausgewogenen Ernährung häufig erst Jahre oder Jahrzehnte später.

Relevante Ernährungsfehler

Die wichtigsten Ernährungsfehler lassen sich in folgendem Stufenmodell zusammenfassen:

  • Vorwiegend Fertiggerichte essen
  • Zu viel an Süssgetränken trinken
  • Gängige Kochkost mit falschen Zutaten
  • Vegetarismus falsch gelebt (z.B. Pudding-Vegetarier)
  • Veganer mit falschem Essverhalten
  • Einseitige Rohkost

Jeder «absteigende» Schritt von einer Stufe in die nächste ermöglicht signifikante Verbesserungen des Essverhaltens, wenn man gut auf Menge und Zusammensetzung der Speisen achtet. Meist ist es auch schon sinnvoll, sich innerhalb der gewohnten Kostform weiterzuentwickeln, beispielsweise durch die Reduktion von Fett-, Zucker- und Salzgehalt.

Nicht nur Veganer oder Vegetarier sollten das lesen:
Veganer essen oft ungesund. Vermeidbare Ernährungsfehler.

Kochkost und Zivilisationskrankheiten

Eigentlich hätten die Mitglieder der westlichen Zivilisation alle Möglichkeiten, ihre Ernährung den Bedürfnissen ihres Körpers anzupassen. In der Praxis lassen wir uns dennoch von zahlreichen Zivilisationskrankheiten irreführen. Vor allem wäre es entscheidend, beim Essen Mass zu halten. Die Nahrungsmittelindustrie und westliches Konsumverhalten «lehren» uns aber vollkommen etwas anderes. Zudem hebt die Kochkost wegen der Maillard-Moleküle die natürliche Sperre gegen die Völlerei auf, was durch die vielen Fertigprodukte zusätzlich an Brisanz gewinnt.

Drogen und Genussmittel

Der Missbrauch von harten Drogen und Suchtmitteln wie Tabak oder Alkohol fällt in einen anderen Bereich. Trotzdem kann uns die allgemeine Betrachtung darüber, wie die Menschen mit Genussmitteln und Giften umgehen, zusätzliche Erkenntnisse verschaffen. Denn, obwohl wir uns im Normalfall des Risikos bewusst sind, tappen wir trotzdem allzu oft in die sprichwörtliche Mausefalle.

Die Rolle von Familie und Gesellschaft

Der Einfluss unseres Umfelds und der Werbung ist nicht zu unterschätzen. Wir wachsen in einer Ernährungstradition (Nationalküche) auf und bekommen täglich «Binsenwahrheiten» aus der Werbung zu hören. Sogar die Mehrheit der Ärzte nimmt sich zu wenig Zeit für das Thema Ernährung. Sie hält sich an «altbekannte Wahrheiten» und beschäftigt sich nicht mit den fundamentalen Neuerkenntnissen, welche die Ernährungswissenschaften in den letzten Jahren erarbeiten konnten.

Obgleich sich in den letzten Jahren die allgemeinen Empfehlungen und somit die Ernährungsgewohnheiten grundsätzlich zu mehr Rohkost hinbewegt haben, fehlt den Ärzten und den Konsumenten eine tiefgründige, kritische Haltung und die Bereitschaft oder die Möglichkeit, sich das notwendige Wissen über gesunde Ernährung anzueignen. Dies verweist auf ein weiteres, schwerwiegendes Problem, nämlich jenes der Kommunikation von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Resultate wissenschaftlicher Studien gelangen sehr oft in einseitigen und profitorientierten Berichterstattungen an die Öffentlichkeit. Nicht selten profitieren interessierte Kreise davon, beispielsweise die Wein-Lobby oder die Ölindustrie. Details dazu lesen Sie im kompletten Artikel oder auf www.diet-health.info unter der Zutat Kokosöl.

1978, im Alter von 41 Jahren, musste Ernst Erb schmerzhaft erkennen, wie uns Zivilisationskrankheiten zugrunde richten. Zu diesem Zeitpunkt prophezeite man ihm eine statistische Lebenserwartung von knapp drei Jahren. Details dazu und zur Umstellung seiner Lebensweise finden Sie auf oben genannter Website. Mit seinen Texten versucht er, kritisch denkende Menschen zu erreichen und zu inspirieren. Mehr gesundes Wissen und praktische Tipps stellt er Ihnen in den Beiträgen Rohkost? Nein danke!, Warum Rohkost?, Rohkostformen, Ausschliesslich Rohkost?, Vor der Umstellung und Die Umstellung auf Rohkost zur Verfügung.

Bei diesem Text handelt es sich um die Zusammenfassung eines längeren Artikels, den Ernst Erb als Bestandteil einer Textreihe auf https://www.diet-health.info veröffentlicht hat. Die ausführliche Fassung ist unter diesem Link verfügbar.